Kuchen im Einmachglas

Heute werde ich mal einen etwas weniger technischen Blogartikel schreiben, sondern etwas zum Thema Kochen.

Vor einigen Monaten habe ich für mich eine Technik entdeckt, die schon meine Großmutter genutzt hat um Lebensmittel haltbar zu machen. Das “Einwecken”, also das Einkochen von Lebensmitteln im Weck Glas. Beim Einkochen werden vorhandene Keime, die in den Lebensmitteln enthalten sein können, abgetötet und das Lebensmitten in einem Unterdruck im Einmachglas verschlossen. Die Lebensmittel sind nach dem Einkochen dann sehr lange halbar (mehrere Monate bis Jahre). Klassischer Weise wird beim Einkochen saisonales Obst oder Gemüse halbar gemacht um im Winter auch noch was davon zu haben.

Ich koche vorwiegend fertige Gerichte, wie zum Beispiel Suppen (Kartoffelsuppe, Tomatensuppe, etc.) oder Soßen (Bolognese Sauce, etc) ein. Ich könnte diese Gerichte natürlich auch einfach einfrieren. Da allerdings die Kapazität meiner Tiefkühltruhe endlich ist und die Gerichte vor Verwendung immer erst aufgetaut werden müssen, ziehe ich das Einkochen in vielen Fällen inzwischen vor.

Kuchen im Glas

Das Einkochen an sich wäre mir allerdings keinen Blogeintrag wert gewesen, das wäre zu uninteressant.

Abgefahrener ist es dann doch viel eher einen Kuchen im Schnellkochtopf zu “backen” und gleichzeitig im Weckglas einzukochen. Wie das geht werde ich im Folgenden beschreiben.

Das Ergebnis, das am Ende raußkommt – ein Marmorkuchen im Glas – sieht so aus:

 So ein Kuchen im Glas ist ne ganz nette Sache. Schmeck lecker, hält sich ewig, ist immer genußfertig (Heute mach ich mir mal ein Glas Kuchen auf) und nebenbei auch ein nettes kleines Geschenk.

Es gibt mehrere Möglichkeiten den Kuchen im Glas zu backen. Zum einen lässt sich der Kuchen im Glas ganz normal im Backofen backen und anschließend einkochen – Oder in einem Schritt im Schnellkochtopf backen und einkochen.

Benötigte Hardware: Die Einkochutensilien

  • großer Schnellkochtopf
  • oder Backofen und großer Kochtopf
  • mehrere Weckgläser mit Deckel (3/4 Liter oder 1/2 Liter) – Gibts sehr günstig bei glaeserundflaschen.de(für das Rezept habe ich  2 3/4 Liter Gläser und 2 1/2 Liter Gläser verwendet)
  • Gummi Dichtungen
  • Verschlussklammern

Benötigte Software: Die Zutaten

Folgendes Rezept habe ich verwendet:

Zutaten:

  • 250g Butter
  • 250g Zucker
  • 500g Mehl
  • 4 Eier
  • Salz
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 Päckchen Vanilinzucker
  • 375 ml Milch
Für den Dunklen Teig zusätzlich
  • 30g Kakao
  • 25g Zucker
  • 3 Esslöffel Milch

Das Zubereiten des Teiges schildere ich hier nicht. Wer nicht weiß wie die Zutaten zu verarbeiten sind, kann sich das einfach im Internet zusammensuchen.

Vorbereitung

  • Die Gummidichtungen werden im Wasserbad kurz gekocht und bleiben bis zur weiteren Verwendung im Wasserbad.

  • Den Teig (hellen und dunklen) vorbereiten
  • Die Gläserwände mit Fett auspinseln und mit Semmelbröseln bestreuen, damit der Kuchen später leicht aus den Gläsern gestürzt werden kann.
  • Teig einfüllen – Erst hellen, dann dunklen Teig. Mit einer Gabel etwas umrühren (für das Marmormuster). Die Gläser maximal bis zur Hälfte füllen, da der Teig noch ziemlich aufgeht. (Gläser noch nicht verschließen)
  • Gläserrand säubern, sonst sind die Gläser später evtl. nicht dicht.

Für Vorsichtige: Backen im Backofen und anschließendes Einkochen

Bei dieser Variante werden die Gläser unverschlossen in den vorgeheizten Backofen gestellt (Ober-/Unterhitze 170 °C)

und der Kuchen ca. 60 Minuten gebacken. Danach sieht sollte der Kuchen deutlich aufgegangen sein:

Nun wird der Kuchen aus dem Ofen genommen. Der Teig über dem Glasrand wird mit einem Messer abgeschnitten.

Anschließend sollte der Glasrand nochmals gründlich gereinigt werden und die Gläser mit Deckel, Gummidichtungen und den Verschlussklammern geschlossen werden.

Die Gläser werden nun in einen Kochtopf mit Wasser gestellt. Die Gläser sollten ca. zu 2/3 im Wasser stehen.

Das Wasser wird zum Kochen gebracht und die Gläser für ca. 30 Minuten eingekocht.

Dann werden die Gläser aus dem Topf genommen und man lässt sie über Nacht abkühlen.

Am nächsten Tag kann man die Klammern entfernen. Die Deckel sollten dann ohne Klammer (durch den Unterdruck im Glas) halten. Ist dies nicht der Fall, dann hat das Einkochen nicht funktioniert (evtl. wegen beschädigter/verschmutzter Glasränder, Deckel oder Gummidichtungen) und der Kuchen sollte in den nächsten Tagen gegessen werden.

Halten die Deckel, dann habt ihrs geschafft!

Für Nerds: Backen und Einkochen im Schnellkochtopf

Bei dieser Variante werden zunächst die Gläser mit Deckel, Gummidichtungen und den Verschlussklammern geschlossen. Und in den Schnellkochtopf in 1-2 cm Wasser gestellt.

Anschließend wird der Schnellkochtopf geschlossen und die Gläser auf Stufe 1-2 für ca. 100 Minuten gekocht.

Nach der angegeben Zeit wird der Topf von der heißen Herdplatte genommen (nicht abdampfen oder öffnen). Der Topf sollte jetzt mindestens 40 Minuten abkühlen.

Dann werden die Gläser aus dem Topf genommen und man lässt sie über Nacht abkühlen.
Am nächsten Tag kann man die Klammern entfernen. Die Deckel sollten dann ohne Klammer (durch den Unterdruck im Glas) halten. Ist dies nicht der Fall, dann hat das Einkochen nicht funktioniert (evtl. wegen beschädigter/verschmutzter Glasränder, Deckel oder Gummidichtungen) und der Kuchen sollte in den nächsten Tagen gegessen werden.
Halten die Deckel, dann habt ihrs geschafft!

3 Responses to Kuchen im Einmachglas

  1. Tina says:

    Super Idee! Hab mir einen Schnellkochtopf gekauft und suche jetzt alle möglichen Rezepte – vor allem alle (un)möglichen! Danke!🙂

  2. Joerg Holzmann says:

    Hallo und vielen Dank für die ausführliche Beschreibung. Wir haben in 2011 unsere ersten Einweckversuche gestartet. Ihre Ausführungen Motivieren zu weiteren Einkochaktionen!

    Hier haben wir unsere Weckgläser online bestellt

  3. Barbara Hammond says:

    Wenn man einen Schnellkochtopf benutzt dauert das nicht so lange wie normal …. warum dann 100 Minuten ? Und das Wasser ist in der Zeit verdampft …. Das sind meine Gedanken zu diesem
    cleveren Verfahren ! Gibt es eine geeky Erklaerung ?

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